Gemeindenverband nimmt Stellung zur Kritik am geplanten Wechsel der Direktion in der Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung

04.08.2025

In der Sitzung des Verwaltungsrates des Südtiroler Gemeindenverbandes am vergangenen Freitag wurde auch die aktuelle Diskussion rund um die geplante Abberufung der bisherigen Direktorin der Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung zum Thema.

Die anwesenden Bürgermeisterinnen und Bürgermeister äußerten sich mehrheitlich unterstützend zum Vorschlag des Landesrates Peter Brunner, unterstrichen jedoch zugleich, dass es dabei nicht um eine Infragestellung der fachlichen Kompetenz der derzeitigen Stelleninhaberin gehe. Diese wurde ausdrücklich hervorgehoben und erfährt größte Wertschätzung.

Vielmehr sei im Rahmen der Sitzung betont worden, dass mit der Leitung einer Abteilung nicht nur hohe fachliche Qualifikation einhergehen müsse, sondern auch ausgeprägte zusätzliche Kompetenzen erforderlich seien – wie sie im Berufsbild für Abteilungsdirektorinnen und -direktoren klar definiert ist. Die Verantwortung für strategische Planung, Personalführung, die Umsetzung von Zielvorgaben sowie eine funktionierende interne Kommunikation innerhalb der Abteilung sei integraler Bestandteil dieser Führungsposition.

In den letzten Jahren seien jedoch in verschiedenen Bereichen der Abteilung organisatorische Schwächen sichtbar geworden, so etwa bei der vollständigen Genehmigung des Landschaftsleitbildes, bei Änderungen im Bereich der Naturparke oder bei der teils überlangen Bearbeitungsdauer von Bauleitplanänderungen, auf deren finale Genehmigung Gemeinden mitunter bis zu zwei Jahre warten mussten. Solche Verzögerungen seien ein klares Zeichen dafür, dass strukturell nachgebessert werden müsse.

„Es geht nicht um eine persönliche Abrechnung, sondern um die Notwendigkeit einer effektiven Verwaltungsstruktur, die den Anforderungen der Gemeinden gerecht wird“, so der Tenor aus dem Gremium. Die Gemeinden erwarten sich einen verlässlichen, zügigen und transparenten Ablauf bei Verfahren, die ihre Entwicklung betreffen.

Florian Zerzer hat bereits während seiner fünfjährigen Tätigkeit als Ressortdirektor des damaligen Landesrats Richard Theiner – insbesondere in der Phase der Ausarbeitung und Genehmigung des Landesgesetzes für Raum und Landschaft Nr. 9/2018 – ausgeprägtes Organisations- und Umsetzungstalent bewiesen. Auch seine Fähigkeit zur Partizipation sowie zur konstruktiven Zusammenarbeit mit den Gemeinden wurde in diesem Zusammenhang deutlich sichtbar.

Der Gemeindenverband spricht sich für eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema aus und unterstreicht die Bedeutung klarer Führungsverantwortung und funktionierender Verwaltungsprozesse – im Interesse aller Gemeinden Südtirols.


DEU